Abteilung Volleyball

Sektion Volleyball

Die Geschichte der Sektion Volleyball ist eng mit der der Hochschulsportgemein­schaft Wissenschaft und des jetzigen Univer­sitätssportvereins Halle verbunden. Seit der Gründung der HSG 1949 gehören die Volleyballer zu den aktivsten Mitgliedern des Vereins. Entsprechend der gesellschaftli­chen und sportpolitischen Entwicklung ergaben sich von 1949 bis 1999 unter­schiedliche Schwerpunktsetzungen, so dass man unter diesen Gesichtspunkten die 50 Jahre in vier Etappen einteilen kann.

Erste Etappe:

Die erfolgreichste Zeit in der Volleyballgeschichte der HSG bzw. des SC Wissenschaft und des SC Chemie waren die Jahre 1949 bis 1962.

Nach Kriegsende gehörte Halle zu den ersten Städten in Deutschland, wo das Spiel am hohen Netz betrieben wurde. An der Halleschen Universität bildeten 1948 Ärzte und Sportlehrer eine Spielgruppe (Volley-, Basketball), zu der bald interessierte Stu­denten stießen. Man traf sich in der histori­schen Turnhalle der Moritzburg, die bis in die 90er Jahre Heimstatt der Volleyballer war, zum Üben und Spielen. 1951 nahm die HSG "Geschwister Scholl" Halle am 1. Nationalen Volleyballturnier zum "Tag des Volleyballs" in Brandenburg teil. Sowohl die Damen- als auch die Herrenmannschaft belegte den 1. Platz, und es begann eine rasche Leistungsentwicklung des Volleyball­spiels in Halle. Die Spielerinnen und Spieler der HSG Wissenschaft bestimmten seitdem bis 1962 das Niveau im DDR-Volleyball­sport entscheidend mit, was nachstehend aufgeführte Erfolge belegen:

 

1951: Landesmeister Sachsen-Anhalt (Männer und Frauen)
November 1951: erster DDR-Meister (Männer und Frauen)
1952: DDR-Meister (Männer und Frauen)
1953 bis 1957: DDR-Meister und FDGB-Pokalsieger (Frauen).

 

1951 wurden erstmalig 6 Spielerinnen und 4 Spieler des Vereins in die National­mannschaft berufen, die bei den III. Welt­festspielen der Jugend und Studenten in Berlin die DDR vertraten. In den folgenden Jahren unterstrichen weitere Auswahlberu­fungen zu Länderspielen und internationa­len Meisterschaften die Spielstärke der HSG-Volleyballerinnen und auch ihrer männlichen Sportfreunde. Für ihre Leistun­gen und Erfolge mit der Nationalmann­schaft wurden Dagmar Krühne, Gisela Goldschmidt und Kristin Meyrich mit dem Titel "Meister des Sports" ausgezeichnet (Kristin Meyrich 1970 "Verdienter Meister des Sports").

Untrennbar mit den Erfolgen der Damen­mannschaft und der Leistungsentwicklung der Spielerinnen in dem genannten Zeit­raum (bis 1960) ist das Wirken des Univer­sitätssportlehrers Werner Brock verbunden. Als erster Volleyballer in der DDR wurde er für seine Verdienste 1954 mit dem Titel "Meister des Sports" ausgezeichnet. Durch eine veränderte Schwerpunktsetzung auf zentraler Ebene endete 1962 die besondere Förderung des Leistungsvolleyballs in Halle. Die Mannschaften wurden aus dem SC Chemie Halle wieder in die HSG Wis­senschaft zurückgeführt.

 


Zweite Etappe:

Obwohl einige Leistungs­träger 1962 ihre sportliche Laufbahn beendeten bzw. sich anderen Vereinen anschlos­sen, spielten die HSG-Volleyballmannschaften im Spielbetrieb des DSVB weiter­hin eine gute Rolle.

Die 1. Männermannschaft mit ihrem Spie­lertrainer Christian Schließer erreichte in der DDR-Oberliga, der höchsten Spielklas­se, bis 1971 gute Erfolge und bestimmte bis 1977 in der DDR-Liga das Niveau mit. Die 1. Damenmannschaft belegte unter der Regie von Margot Eder gute Plätze in der DDR-Liga (1964/65; 67/68; 68/69; 69/70; 71/72), in der Oberliga (1963/64; 66/67; 70/71) und in der Verbandsliga (1972/73; 73/74).

Die 2. Mannschaften der Damen und Her­ren spielten in den Bezirksligen mit gutem Erfolg.

 


Dritte Etappe:

Mitte der 70er Jahre begann für die Sektion Volleyball der HSG Wissenschaft ein neuer Entwicklungsab­schnitt. Die Arbeit konzentrierte sich zuneh­mend auf die Entwicklung des studenti­schen Wettkampfsports. In enger Zusammenarbeit mit der Abteilung Studen­tensport der Sektion Sportwissenschaft unserer Universität gelang es, eine Vielzahl von Studentinnen und Studenten, die in der obligatorischen Sportausbildung das Sport­spiel Volleyball gewählt hatten, für die uni­versitätsinterne Wettkampfform "Studenten­liga" zu gewinnen. Die Spiele in der Studentenliga waren sehr beliebt und brach­ten der Sektion einen enormen Mitglieder­zuwachs:

Spielten 1976/77 12 Mannschaften um den Sieg in der Studentenliga, so waren 1987/88 300 Spiele nötig, um unter 60 Mannschaften die Besten zu ermitteln.

Auch im DSVB-Spielbetrieb der DDR standen bis 1989 jeweils eine Damen- und zwei Herrenmannschaften, die in den Bezirksligen (2. Herrenmannschaft Bezirks­klasse) ihre Wettkämpfe bestritten.

1975 begann Kristin Stöber mit dem Neuaufbau einer Wettkampfmannschaft im weiblichen Bereich. Diese rekrutierte sich ausschließlich aus talentierten Studentin­nen, die zum größten Teil Wettkampferfahrung mitbrachten. Trotz wechselnder Zusammensetzung gelang es ständig, das Niveau in der Bezirksliga Halle mitzubestim­men. Mit guten Platzierungen bei Turnieren in Poznan, Katowice, Bratislava, Prag, Erfurt, Potsdam und Neugersdorf warteten die HSG-Volleyballmannschaften auch im überregionalen und internationalen Rah­men auf.

1986 hob die Volleyball-Sektion ein Inter­nationales Turnier aus der Taufe, das fortan zum Wettkampfkalender der HSG gehörte und bis einschließlich 1997 jährlich durch­geführt wurde.

 


Vierte Etappe:

Im Zusammenhang mit den tief greifenden Veränderungen des Jah­res 1990 musste sich auch die Sektion Volleyball auf veränderte Bedingungen ein­stellen. Die obligatorische Sportausbildung der Studierenden gab es nun nicht mehr und damit auch keine Studentenligen. Während sich anfangs der in den 80er Jahren erreichte Mitgliederstand drastisch reduzierte, zählt die Sektion heute mit 330  Mitgliedern zu den stärksten Abteilungen des Vereins.

 

 


 Schwerpunkte des Sektionslebens lagen und liegen:


- im Wettkampfbetrieb der Erwachsenen:

Die im Spielbetrieb stehenden Mannschaf­ten machten ab 1990 von den neuen Rei­semöglichkeiten regen Gebrauch und be­suchten Turniere in Halle/Westf., Nijmegen und Hildesheim mit guten Erfolgen. Auch die Traditionsturniere in Erfurt, Leipzig und Potsdam standen im Programm.

Nach der Saison 1990/91 gab es eine Struk­turveränderung im Wettspielbetrieb, da der DSVB der DDR in den DVV überführt wurde. Die Damenmannschaft qualifizierte sich als Bezirksligasieger Halle für die neue Landesliga Sachsen-Anhalt (später Landesoberliga), und die 1. Her­renmannschaft schaffte diesen Sprung durch ein Qualifikationsturnier ebenfalls. Seither gehören beide Mannschaften zu den leistungsstärksten ihrer Staffeln.

Die Damen wurden Landesmeister 1993/94, 94/95, 96/97 und in den übrigen Jahren stets Vize­meister. In den Spieljahren 1992/93, 2004/05 und 05/06 spielten sie sogar in der dritthöchsten Spielklasse des DVV, in der Regionalliga. Die seit längerer Zeit betriebene Nachwuchsarbeit im weiblichen Bereich, welche vor allem durch Susanne Plato, Wiebke Behr und Klaus Döhler vorangetrieben wurde, führte inzwischen auch dazu, dass sich seit mehreren Jahren eine zweite Damenmannschaft in der Landesoberliga etablieren konnte. So belegten die Teams dort in der Saison 2007/08 die Plätze 3 und 4.

Die Herren erreichten mehrfach mit 2. Plätzen ihre besten Platzierungen. Mit Unterbrechungen stehen seit 1993/94 mindestens 3 Her­renteams im Spielbetrieb, wobei sich seit mehreren Jahren 2 Mannschaften in der Landesoberliga behaupten. Grundlage hierfür war ebenso die eigene Nachwuchsarbeit, welche vornehmlich durch Markus Bachmeyer, Henryk Flachowsky und Dr. Hartmut Leipziger betrieben wurde. Da es den „Jungsenioren“ in der vergangenen Saison gelang, den 2. Platz in der Liga zu belegen, startet in der Saison 08/09 erstmals ein Männerteam des USV Halle in der Regionalliga NO.

Weitere Damen- und Herrenmannschaften spielen in den Landesligen und Landesklassen von Sachsen-Anhalt und sorgen so dafür, dass talentierte Nachwuchsspieler frühzeitig im Erwachsenenbereich zum Einsatz kommen. 

- in der Kinder- und Jugendarbeit:

1992 wurde in der Sektion Volleyball des USV nach jahrzehntelanger Ablehnung wegen fehlender Übungsleiter und Sport­stättenmangels mit der Nachwuchsar­beit begonnen. Der Sportstudent Steffen Thomas verdiente sich mit einer Gruppe E/D-Jugend hier die ersten Sporen. 1993 stellte er mit einer weiteren Gruppe den Altersklassenanschluss her.

In der Saison 2008/2009 ist die Sektion in der Lage, durch die engagierte Tätigkeit von 7 lizenzierten Übungsleitern und zahlreichen Helfern 22 Nachwuchsmannschaften im Spielbetrieb von Sachsen-Anhalt zu melden.

- in der Hobbygruppenentwicklung:

1992 wurden im Zusammenhang mit der Umstrukturierung unseres Vereins unserer Sektion einige Freizeitgruppen zugeordnet, von denen gegenwärtig noch 7 existieren. Die Sektionsleitung organisiert für diese Freizeitvolleyballer zweimal im Jahr ein Tur­nier, bei dem mit viel Spaß um Punkte gekämpft wird.

Mit einer Seniorengruppe wird das gegenwärtige Bild unserer Sektion vervoll­ständigt.

-  im Beach-Volleyball:

Diese Trendsportart der 90er Jahre wird auch von einigen unserer Sektionsmitglie­der mit Begeisterung betrieben.

1996 wurden bei den Damen Köhler/A. Bauer und bei den Herren H. Bauer/Herbst Landesmeister. Gute Platzierungen unserer Spielerinnen und Spieler folgten. Mehrere Jahre war die Abteilung Volleyball des USV Halle Ausrichter des Beachvolleyball-Landesfinales in Halle.

Inzwischen ist die Anzahl der Spieler des USV, welche auch im Sand ihre Leistungen abfordern, kaum mehr zu überschauen. Mehrere Teams starten diesbezüglich auch bei Deutschen Meisterschaften.